Paris-Dakar Panda

herbie-s-1 herbie-s-2 herbie-s-3  Herbert Schuerg ist seit langer Zeit bei Fiat/Alfa Romeo in der Entwicklung/Test beschä¤ftigt und hat mal ein bisschen in seinen Erinnerungen gekramt. Und hier die Kurzgeschichte zu diesem Panda: 1983, als der Panda 4x4 rauskam, wollten wir beweisen, daß man mit so einem Auto sogar die "Dakar" durchstehen kann. In der Entwicklungsabteilung in Heilbronn entstanden dann unter meiner Leitung vier solcher Autos. Zwei wurden von Fiat France eingesetzt, einer von Belgien und eben dieser auf den Fotos von Fiat Deutschland mit mir als Fahrer. Die Motoren waren Basis A112 70HP, getunt auf 1300ccm und ca. 90 PS (mehr ging nicht wegen dem schlechten Sprit ab Niger...), die Karosserien waren größtenteils aus GFK, die Käfige aus Alu, Sicherheitstanks von 150 Liter, usw. Als Test fuhr ich dann mit Tommaso Carletti (dem damaligen "Jean Todt" von Ferrari F1) die brutal harte Algerien-Rallye im Herbst 83 mit. 6000 km Sonderprüfungen bis Tammanraset runter und ins Hoggar-Gebirge. Relativ problemlos beendet mit Klassensieg. Die Franzosen waren aus dem Häuschen.... Nach diesen Erkenntnissen bauten wir dann die restlichen Autos auf (z.B. Heiligabend bis 23 Uhr, alle Mechaniker hatten Krach zu Hause....). Bei der Dakar dann lagen wir sensationell gut im Rennen - immer unter den ersten 50 im Gesamtklassement. Dann fingen die Probleme an - unser Servicetruck mit einer dringend benötigten Kupplung fiel in der Tenere-Wüste aus. Und ich habe mich bei einem Abschleppmanöver böse am Knie verletzt und mußte mit einem steifen Bein nach Paris geflogen werden. Vorher allerdings 14 Stunden mit tierischen Schmerzen auf einem LKW, da alle Hubschrauber im Einsatz waren und ich ja "nicht lebensgefährlich" verletzt war.... Mein treuer Panda aber fuhr nach einem Kupplungswechsel in der Wüste (die Kupplung wurde nach Agadez eingeflogen...) mit zwei meiner Mechaniker bis Dakar durch, allerdings natürlich außer Wertung. Dies war jetzt eine extreme Kurzversion der Geschichte. Leider kam keiner der Pandas in Ziel, meist schieden sie durch Unfälle im Staub aus, einer ist ausgebrannt. Den einzig noch existierenden (mit dem mich tolle Erinnerungen verbinden und den ich liebe...) habe ich später dem Werk abgekauft und wollte ihn privat (mit Carletti als Co. und Sponsoren aus Italien) nochmal bei der Pharao-Rallye in Ägypten einsetzen. Er wurde kpl. neu aufgebaut und in Details noch verbessert. Leider hat die FIA kurz vor dem Start das techn. Reglement geändert und das Auto war in der Kürze nicht mehr umzurüsten (Z.B. waren Alu-Zellen plötzlich verboten). So steht er heute brav und sicher in der "Dakar-Ecke" im Technik Museum Sinsheim neben ein paar anderen Rallyeautos und KTMs. Ab und zu (wie zur Presse-Präsentation des neuen Allrad-Panda) darf er mal raus und wird ein wenig "hergeheizt", dann gehts zurück ins Museum. herbie-s-4